Positionen

Beschäftigungsverhältnisse im Akademischen Mittelbau – aber kein akademisches Präkariat

Die Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft sind nicht nur in Sachsen durch eine deutlich erkennbare Zunahme befristeter Arbeitsverhältnisse und weiterer irregulärer Beschäftigungsformen wie beispielsweise Lehraufträge gekennzeichnet. Dies geht auf Kosten regulärer unbefristeter Arbeitsverhältnisse. Die Hochschulen entziehen sich dabei ihrer Pflicht, eine nachhaltige Personalstrukturplanung zu betreiben und dadurch planbare Karrierewege in der Wissenschaft zu ermöglichen. Diese Verhältnisse führen unmittelbau dazu, dass immer mehr, vor allem jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, keine gesicherte Zukunft vor sich sehen. Dies ist familienfeindlich, demotivierend, unsozial und verhindert politische Mitbestimmung. Darüber hinaus ist insbesondere in der Lehre durch die fehlende Kontinuität eine qualitativ hochwertige und inhaltlich wie didaktisch ausgereifte Wissensvermittlung nicht mehr gegeben. Wir fordern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen befristeten und unbefristeten Stellen sowie die volle und ununterbrochene Ausschöpfung der möglichen Vertragslaufzeiten. Gerade bei einem langfristig hohen Anteil an Drittmittelfinanzierung müssen auch auf Grundlage dieser Finanzierungsform unbefristete Beschäftigungsverhältnisse ermöglicht werden.

Ökonomisierung der Hochschulen – für eine gesicherte staatliche Finanzierung

Die Ökonomisierung darf weder zu Qualitätsverlusten in Forschung und Lehre noch zu Einschränkungen der Studienangebote führen. An diesem Primat muss die staatliche Finanzierung ausgerichtet werden. Dem hohen Umfang von Drittmittelfinanzierung muss eine solide, zumindest überwiegende Grundfinanzierung gegenüberstehen, um aus diesen Mitteln die Erfüllung der Grundaufgaben durch Hochschulen gewährleisten zu können.

Hochschulautonomie: Ja – aber keine Übertragung der Arbeitgebereigenschaft auf die Hochschulen

Wir befürworten eine Unabhängigkeit der Hochschulen gegenüber dem Staat insbesondere in der Freiheit von Lehre und Forschung, in der Verwaltung und Verteilung der Mittel und in der Abkehr von einer kameralistischen Haushaltsführung sowie bei der Berufung von Professorinnen und Professoren. Dies darf jedoch nicht dazu führen, dass den Hochschulen allein überlassen bleibt, eine mangelnde Grundfinanzierung durch das Land zu verwalten. Auch wenden wir uns entschieden gegen eine Übertragung der Arbeitgebereigenschaft auf die Hochschulen. Das Land Sachsen muss auch zukünftig Arbeitgeber der Beschäftigten der Hochschulen bleiben. Ansonsten drohen mittelfristig tariflose Zustände oder wettbewerbsverzerrende Haustarifverträge mit all ihren Nachteilen für jede einzelne Hochschule.